Bergsport und Corona?
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Freispitze


Spätestens seit dem gelungenen Film "Freispitzsommer" hat mich die Freispitze immer mehr fasziniert. Es ist der eigenartige Aufbau, die vielen verschiedenen Gesteinsformen und das markante Aussehen, welches diesen Berg zu dem "lechtalerischsten" überhaupt machen
Zitat Max

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Freispitze
die Freispitze von Norden betrachtet

Schwierigkeitsgrad




T6 - schwieriges Alpinwandern


Charakter
Meist weglos. Kletterstellen bis II. (mäßige Schwierigkeit) Häufig sehr exponiert. Heikles Schrofengelände. Apere Gletscher mit erhöhter Ausrutschgefahr. Meist nicht markiert
Anforderung
Ausgezeichnetes Orientierungsvermögen. Ausgereifte Alpinerfahrung und Vertrautheit im Umgang mit alpintechischen Hilfsmitteln



Gruppe
Lechtaler Alpen
Höhe
2884 m
Hütte(n)
Alpengasthaus Hermine
Talort(e)
Bach (Madau)

   


T O U R E N I N F O



Ab der Ansbacher Hütte gemütlich hinauf zur Kopfscharte und danach dem Höhenweg folgend in Richtung Memminger Hütte. Diesen verlässt man jedoch bald und gewinnt im abschüssigen Geröll den Ansatzpunkt der großen Überschreitung - Rotspitzsattel (2660 Meter).
Die erste Stufe des Grats wird links gehalten über unangenehme Platten überwunden, bevor man ein steiles Geröllfeld erreicht. Über dieses geht es schließlich an die senkrechten Abbrüche der Rotspitze heran. Wie im AVF beschrieben links durch eine Rinne hinauf (II) auf einen kleinen Absatz. Alternativ zu der unter gipfelsuechtig.de beschriebenen Variante hielten wir uns nun schräg rechts aufwärts. Nach wenigen Metern trifft man so auf eine helle Felsplatte, die man ausgesetzt umklettert (II+). Gleich dahinter durch eine Steilrinne (II) hinauf zum Grat und problemlos in wenigen Minuten zum Gipfel der Rotspitze (2837 m).

Insgesamt gesehen stellt der Anstieg zur Rotspitze ganz klar die Schlüsselstelle der kompletten Überschreitung dar. Ganz gleich welche Variante man wählt, es ist und bleibt ein anspruchsvoller Gang im weglosen und ausgesetzten Steilgelände!

Herrlich ist die Rundsicht von hier oben und wir können uns nur schwer zum Weiterweg zur Rotplatte (2831 m) aufraffen. Dieser gehört zu den angenehmsten Passagen der Überschreitung und nimmt eine gute halbe Stunde in Anspruch, wobei man einen Turm links umgeht. In voller Wucht und herausragender Schönheit stand uns nun die Freispitze gegenüber. Rechts fällt ihre helle Südwand atemberaubend in die Tiefe, während linkerhand schon der Durchstieg durch den Rätkalkgürtel unserer Normalroute zu erkennen ist.

Auf das Geschiebe und Gerutsche durch die 200 Meter hohe Mergelflanke zu den Freispitzscharten hätten wir gerne verzichtet, aber was tut man nicht alles für ein bisschen Gipfelglück. Aus der Nördlichen Scharte wendet man sich nach links hinab, wobei man nach 40 Höhenmetern zu einem Rasenfleck hinan steigt. Ein dünnes Drahtseil sorgt bei dem Quergang durch die griffarme Rätkalkplatte für ein wenig moralische Unterstützung (verlassen würde ich mich auf das Ding nicht), bevor wir die herrlich feste Rippe luftig hinauf kletterten (II). Es ist eine neue Welt, die man nun betritt: Steil schwingt sich vor uns die gelb verwitterte Mergelwüste auf. In der tiefsten Senke des kleinen Bachlaufs geht es ganz gut hinauf und schneller als gedacht gewinnt man eine Rippe, die uns an die finale Gipfelrinne leitet. Wer nun denkt, gleich ist's geschafft, dem wird es ähnlich gehen wie mir: Diese Schutt-Rinne zieht sich ewig und fordert abermals einiges an Kraft - ein echter Wadenzwicker eben.

Sechs Stunden nach Verlassen der Ansbacher Hütte war es endlich so weit: Wir standen am Gipfel der Freispitze (2884 m) und waren von der grandiosen Aussicht schlichtweg sprachlos. Die ganze Pracht der Lechtaler Alpen breitet sich um einen herum aus, angeführt von der Prominenz wie Parseier- und Holzgauer Wetterspitze. Gefallen fanden wir auch an den jähen Tiefblicken in die Freispitz-Nordwand und hinüber zum schauderhaft abbrechenden Freispitz-Trapez. Wer da hinüber geht, der hat wohl sonst keine Probleme...


Im Gipfelbuch fand ich schließlich einen sehr ehrlichen Eintrag, der das Gefühl auf dieser Spitze zu stehen ganz gut wieder gibt:

"Warum die Freispitze den Namen Freispitze trägt, dass weiß wohl niemand so genau. Ich glaube, man muss einmal hier oben stehen, hinüber zur Wetterspitze schauen und tief Luft holen, um wirklich zu spüren, wie es ist, frei zu sein"

Gegen 16 Uhr sagten wir dann leise "servus" und stiegen über den Nordwestgrat zu den Dreischarteln ab. Kristian hat hier mal treffend formuliert, dass es sich um extremes Gehgelände handle. Schnell habe ich gemerkt, was er damit meint. Es ist bis auf den Abbruch über der obersten Scharte (II) wirklich nicht sonderlich schwierig, vielleicht eine I+. Ich werde dennoch kein Freund von dem spitzig-brüchigen Mergelzeug's an diesem Grat, das äußerst vorsichtiges Gehen verlangt. Zudem ist das Gelände hier sehr steil und erlaubt wirklich keine Fehler.
Der geröllreiche Abstieg hinab zum Weg und hinaus ins Alperschontal war dann nur noch reine Formsache, bevor wir im Bergheim Hermine auf diesen gelungenen Bergtag anstießen.
Autor: Max





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