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Stanzach


Bezirk Reutte

Region: Lechtal


erste urkundliche Erwähnung: 1294
Fläche: 31,85km²
Höhe: 939m
Ortsteile: Blockau, Rauth, Darr, Aule, Rain


erste Besitzverhältnisse, Namensdeutungen und Besiedlungsgeschichte



Stanzach - auf dem Schwemmkegel des Namloser Baches gelegen
Als erster bekundeter Grundeigentümer von Stanzach trat der Ritter Konrad von Weizern in Erscheinung. In einer Urkunde von 1294 wird der Verkauf seines Besitzes in der "Au Breitforchach am rechten Lechufer von der Mündung des Rotlechs bis nach Stanzach" an das Kloster St. Magnus in Füssen geregelt.

Bei dem in dem Dokument genannten Stanzach handelte es sich aber offenbar um einen Grenzpunkt und nicht um eine bestehende Siedlung. Die Besiedlung selbst hatte sich mit großer Wahrscheinlichkeit aus dem früher zu Namlos gehörenden Almdorf Fallerschein ergeben. Gleich wie bei den rechts des Lechs besiedelten Dörfern Gramais, Pfafflar und Bschlabs handelt es sich auch bei dem von Imst aus besiedelten Fallerschein um einen rätoromanisch geprägten Ortsnamen, welcher sich möglicherweise aus dem "val ursina" - also aus dem Tal der Bären - auf Fallerschein umformte.

Jedenfalls ist bezeugt, dass um das Jahr 1600 nur noch ein einziger Bewohner auch den Winter über in dem auf 1283 Metern und in einem engen Tal gelegenen Dorf Fallerschein verblieb. Alle anderen siedelten sich dem Anschein nach am Ausgang des Namloser Tales in der Senke bei dem Grenzpunkt Stanzach an und nutzten die Behausungen im bezeichnenden Tal des Sommerbergbaches nur noch in den Sommermonaten.

Lawinen


Insgesamt werden im Jahr 1876 in Fallerschein 40 Almhütten durch Lawinenabgänge zerstört. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden.

Albert Strobach


Der 1906 in Wien geborene Albert Strobach kommt erstmals 1934 im Zuge des Arbeitsdienstes der Lechregulierung als Freiwilliger nach Stanzach. Da auch diese Tätigkeit nicht immer für ein ordentliches Auskommen reicht, betätigt sich Albert Strobach auch bald als Schmuggler. Mit dem Schmuggel erwirbt der sportliche Strobach auch ein gehöriges bergsteigerisches als auch skitechnisches Geschick. Die zahlreichen Touren im Sommer wie im Winter drücken sich schließlich auch in einer exzellenten Ortskenntnis aus.

Immer mehr gesellt sich zu der Notwendigkeit des Broterwerbes auch die Leidenschaft für die Berge. Speziell im Winter werden die Pausen zwischen den Schmuggelzügen intensiv für zahlreiche Touren in den westlicheren Lechtaler Alpen genutzt. Auf den Streifzügen durch die einsame Bergwelt klappert Strobach meist allein fast alle namhaften Gipfel des Gebirges ab und sammelt darüber hinaus eine Menge Erfahrung. Auch mit den tückischen Lawinen macht er dabei Bekanntschaft, kommt aber stets glimpflich davon und lernt dabei durch genaue Beobachtung, die Witterungsverhältnisse und die Ursachen dieser Naturgewalt immer richtig einzuschätzen.

Die Einberufung zum Wehrdienst 1941 bringt dann den Schock. Strobach ist ein bekennender Pazifist und will mit dem Kriegsgeschehen nichts zu tun haben. Als Wehrdienstverweigerer flüchtet er im Herbst in die Berge, verbringt dort oben wochenlang seine entbehrungsreiche Zeit. Freunde helfen ihm und deponieren hier und dort ein paar Lebensmittel. Allein auf dem Württemberger Haus verbringt er sechs Wochen. Letztlich kämpft er sich sprichwörtlich über Berg und Tal bis in das schweizerische Engadin durch - und überlebt. Nach dem unseligen Krieg kehrt Albert Strobach immer wieder nach Stanzach zurück, wo er im Dezember 1989 schließlich verstirbt.

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