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Häselgehr


Region: Lechtal


erste urkundliche Erwähnung: 1315 - Luxnach
Fläche: 50,62km²
Höhe: 1006m
Ortsteile: Gutschau, Häternach, Rauchwand, Alach, Luxnach, Ebele, Unterhöf, Unterhäselgehr, Oberhäselgehr, Schönau, Ort, Grießau


die im mittleren Lechtal gelegene Gemeinde Häselgehr von Westen

Namensherkunft


Im Jahr 1358 scheint erstmals der Vorläufer des heutigen Ortsnamens als Hasligeren in einer Urkunde auf, was soviel bedeutet wie mit Haseln(uss) bewachsener Gehren (Gehren = keilförmige Flurform)

Jagd und Bergmähder


Um das Jahr 1500 wird die Hirschjagd in Häselgehr im Jagdbuch des Kaisers Maximilian I. vermerkt.

Die steilen Bergmähder im Gemeindegebiet standen schon seit alters her für den Segen aber auch Fluch der Gemeinde. Wie wichtig diese Mähder für die Bevölkerung waren ist selbst im Gemeindewappen der Gemeinde sichtbar. Der im Wappen dargestellte Gegenstand zeigt einen Losbehälter, welcher verwendet wurde um nach altem Brauch alle vier Jahre die einzelnen Bergmähder durch das Los auf die Bauern aufzuteilen. Diese Gepflogenheit endete erst im Jahr 1963.

die Pest


Schwere Zeiten musste die Lechtaler Gemeinde in den Pestjahren von 1633 bis 1635 hinnehmen. Gerade rechtsseitig des Lechs gab es bittere Verluste an Menschenleben zu beklagen. Manche Quellen beziffern die Opferzahl mit mehr als der Hälfte der

Votivtafel in der Pestkapelle
hl. Sebastian in Grießau
Bewohner. Für 1696 ist ein Kapellen-Neubau auf der Grundlage einer älteren Kapelle bekundet. Die Sebastians-Kapelle erhielt in ihrem Umfeld einen heute allerdings nicht mehr genutzten Friedhof.

Bierbrau-Tradition und Glockengießerei


Schon im Jahr 1660 wurde im Ort eine Bierbrauerei gegründet, welche dieses Gewerbe bis 1905 betrieb und einen Teil des Lechtals mit Bier versorgte.

1786 wird in einem Betrieb der Gemeinde mit dem Gewerbe der Kleinglockengießerei begonnen, welche für knapp 200 Jahre bestand.

Kirchengeschichte


Die 1701 errichtete Kirche hatte eine Kapelle als Vorgängerbau welche dem Bischof Martinus von Tours geweiht war, deren Entstehungszeit jedoch nicht bekannt ist. 1720 wird Häselgehr zur Kaplanei erhoben und schon 30 Jahre später ist die Errichtung des Turmes und eine Vergrößerung des Langhauses bekundet.

Offenbar war aber auch dieser Kirchenbau bald zu klein geworden, denn im Jahr 1803 wird die Kirche beinahe vollständig abgerissen und anschließend in ihrer heute bekannten Form wieder errichtet. Am 1. September 1811 erhält sie ihre Weihe. Anschließend wurde mit der umfangreichen Innenausstattung der Kirche begonnen.

Lawinenkatastrophen



Der Lechtaler Ort Häselgehr Mitte des 19. Jahrhunderts von dem Maler Max Kuhn
1793 geht vom Heuberg eine Lawine ab und zerstört 3 Häuser. Aus den Trümmern können 4 Menschen lebend geborgen werden, für 7 weitere Personen kam aber jede Hilfe zu spät.

1951 zerstört ein Lawinenabgang 13 Hektar Wald. Der Ort selbst entgeht nur knapp einer Katastrophe.
Das Ereignis wird jedoch zum Anlass genommen, die erste großflächige Lawinenverbauung Österreichs zu errichten.

In jüngster Zeit (1998 und 2002) wurde vor allem das im Häselgehrer Gemeindegebiet gelegene Haglertal immer wieder für Wintersportler (Skitourengänger) zum Verhängnis - 1998 sterben vier Garmischer in einer Lawine am Luxnacher Sattel, 2002 werden zwei Einheimische von einer Lawine im Haglertal verschüttet und kommen dabei um.

Bergmähder und Lawinenverbauungen


Der seit Alters her als Bergmahd genutzte Heuberg wurde aufgrund seiner Lawinengefährlichkeit in jüngster Zeit mit enormem Aufwand mittels Lawinenverbauungen gesichert. Heute befindet sich an dem Berg eine der größten Lawinenverbauungen ganz Mitteleuropas.

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