Bergsport und Corona?

Berlingersköpfle mit Hählekopf  (gelesen 1933 mal)

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Offline Kauk

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Berlingersköpfle mit Hählekopf
« am: 25. Feb 2012 - 15:56 Uhr »
Nach Krankheit und Arbeitswochenende konnte ich meinen freien Tag gestern wieder in den Bergen verbringen. Weil ich mich noch nicht so fit fühlte, musste es ein Ziel sein, dass sich der Verfassung anpassen lässt. Deshalb entschied ich mich fürs Berlingerköpfle (2010 m laut Dieter Seibert: AVF von 2008, passt auch mit den Höhenlinien zusammen, P. 1994 ist ein vorgelagerter Kopf) im Kleinwalsertal. Als Erweiterung der Tour bietet sich der direkt daneben gelegene Hählekopf (2058 m) an.

Route: Auenhütte - Galtöde - Ifersguntalpe - Südostflanke - Berlingsköpfle - Hählekopf - Abfahrt Ostflanke zur Ifersguntalpe, dann wie Aufstieg.

Parken kann man auf einem kostenlosen, geräumten Tourengeher-Parkplatz kurz vor dem offiziellen Parkplatz der Ifenlifte an der Auenhütte (1273 m). Gleich nach dem Parkplatz kann man auf einem Pistenstreifen die Ski anschnallen. Nach wenigen 100 Metern findet sich linkerhand eine Brücke (momentan recht eingeschneit  ;)), die man überquert und schön durch den lichten Wald ins Schwarzwassertal gelangt. Man kann auch zur Auenhütte hoch und dann über den Geißbühel, das schenkt sich wegmäßig kaum was, man spart sich ein paar Höhenmeter. Nun dem geräumten Winterwanderweg leicht steigend folgen, bis man die weite Fläche der Galtöde erreicht.

Hier finden sich dann die ersten Alpenvereins-Markierungen der Skiroute durch das Naturschutzgebiet. Es geht über einen breiten freien Hang auf der Südseite des Ifen nach oben. Ziel ist der Wald im Nordwesten, davor gilt es noch eine Lawinenrinne zu überqueren. Den Eingang in den Wald markiert ein weiteres Schild. Den dichtesten Teil des Waldes quert man nahezu eben, sobald es etwas lichter wird sollte man sich eher links orientiern und über eine etwas steilere Stufe in ein weites Tälchen. Dieses am Ende nach lins raus verlassen, man kann sich an der Materialseilbahn der Ifersguntalpe orientieren. Danach fast flach weiter bis zu einem Schild und über einen kleinen Hang erneut links hoch, oben erreicht man kurz darauf die Ifersguntalpe (1750 m).

Von der Alpe blickt man nach Nordwesten auf zwei Gipfeloptionen: linker Hand der Südostkamm des Hählekopfs und etwas rechts davon Berlingersköpfle. Letzteres erreicht man über den sanft ansteigenden Südostrücken, höchster Punkt ist die rechte der beiden deutlich sichtbaren Erhebungen.

Nun gibt es je nach Lust und Laune verschiedene Optionen: Abfahrt zurück zur Alpe, Abfahrt so halb zur Alpe Richtung Aufstiegsroute Hählekopf oder aber der direkt Übergang zum Hählekopf. Letzter Variante habe ich gewählt, da ich nicht mehr so fit war und die Zeit auch schon vorangeschritten war. Man geht zunächst über den weiten Gipfel Richtung Südwesten zum Hählekopf, dann in den kleinen Sattel zwischen den beiden Gipfeln (hierzu ist ein Abfellen nicht nötig). Dann nach rechts über den Rücken hoch auf den Grat. Je nach Verhältnissen besser am Grat bleiben über einen kleinen Vorgipfel drüber. Im kurzen Abstieg wartet evtl. eine Wechte (momentan problemlos zu begehen, evtl. ausweichen in die Flanke). Danach gelangt man in die steile Ostflanke des Hählekopfs. Den Gipfel erreicht man entweder weiter am Nordgrat orientiert oder die Flanke zum Südostgrat quert. Abfahrt dann über die Ostflanke zur Alpe.

Gefahrenpotential: Gering, so lange man gut auf die Ifen-Südhänge achtet. Diese sind weiter oben extrem steil und teilweise felsdurchsetzt. Vorallem die Rinne nach dem breiten Hang ist hier gefährlich. Weiter oben entfernt man sich vom Ifen und gelangt in sicheres Gelände. Am Hählekopf muss der steile Gipfelhang beachtet werden, zudem ist er mit der ostseitigen Exposition oft eingeweht. Der Hählekopf-Südostkamm ist teilweise ebenfalls extrem Steil, also auf Selbstauslösungen achten.

Gestrige Verhältnisse: Bereits morgens war es nicht arg kalt, das Schwarzwassertal ist trotzdem schattig und die Spur war recht gut durchgefroren. Sobald man aber unter dem Ifen mit dem Aufstieg begann, merkte man die Wärme der Sonne, alles wurde bereits weich. Es hatte wohl einen leichten Deckel gehabt. Weiter oben war alles mehr durchgefroren, im Gipfelbereich ost- und nordseitig bzw. windexponiert alles noch mit festem Schmelz/Regendeckel. Insgesamt war der Schnee feucht, oben raus angefirnt. An der Route waren keine Lawinen zu beobachten gewesen. In der Umgebung gab es frische, größere Gleitschneerutsche (bspw. Winterstaude, Fellhorn) und oberflächliche, wahrscheinlich selbstausgelöste Rutsche (bspw. am Steinmandl). Die meisten Routen im Schwarzwassertal sind eingespurt und mehr oder weniger oft befahren, eher weniger zu sehen waren am Grünhorn, von der Schwarzwasserhütte hoch zur Ochenhofer Scharte und vom Gerachsattel zum Falzerkopf. An der Ifensüdflanke waren zwei ältere und zwei neuere Spuren (vermutlich gestern, habs irgendwie wenn dann nicht wahrgenommen) zu sehen, hier wurde nix ausgelöst. Im Schwarzwassertal liegen ca. 2m Schnee.

Fazit: Lanschaftlich schöne Skitour, deren technischer und konditioneller Anspruch sich in Grenzen hält. Wer nicht soviel Zeit hat oder sich Optionen offen halt will ist hier richtig, es bietet sich ja auch noch der Zugang zu den Bergen ums Grünhorn an.

Anbei noch die üblichen Impressionen.
« Letzte Änderung: 19. Mär 2013 - 16:11 Uhr von Kauk »
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Offline Kauk

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Re: Berlingersköpfle mit Hählekopf
« Antwort #1 am: 25. Feb 2012 - 15:58 Uhr »
Impressionen II.
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Offline horst

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Re: Berlingersköpfle mit Hählekopf
« Antwort #2 am: 25. Feb 2012 - 23:08 Uhr »
Schöner Bericht und tolle Bilder :-L) :bravo. Eine gelungene Tour bei schönstem Wetter!

LG, Horst
« Letzte Änderung: 28. Feb 2012 - 00:04 Uhr von horst »
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Offline FalscherHase

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Re: Berlingersköpfle mit Hählekopf
« Antwort #3 am: 27. Feb 2012 - 09:36 Uhr »
hach, ist das schön...!  :)
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