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Rohnehöhe - Falken - Hochhädrich  (gelesen 5044 mal)

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Offline Kauk

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Rohnehöhe - Falken - Hochhädrich
« am: 05. Mai 2012 - 13:17 Uhr »
Gestern ein nettes Zwischenhoch, also nochmal nachmittags zum Feierabend los. Ziel war die westliche Nagelfluhkette von Süden. Es ging auf die Rohnehöhe (auch Eineguntkopf, 1639 m) und weiter über den Falken (1564 m) zum Hochhädrich (1566 m).

Route: Parkplatz im Lecknertal - Lecknersee - Juliansplattealpe - Glockentischplattealpe - Rohnealpe - Rohnehöhe - Falken - Hochhädrich - Schwarzenberger Plattealpe - Juliansplattealpe - Parkplatz

In das Lecknertal gelangt man, wenn man in Hittisau zunächst Richtung Riefensberg fährt und dann nach rechts dem Schild "Lecknertal" über kleine Sträßchen folgt. Bei Reute wird daraus dann eine Mautstraße. Das Mauthäuschen war gestern nicht besetzt, ansonsten sind für einen PKW 3€ zu bezahlen. Ein kostenloser Parkplatz (ca. 980 m) folgt nach etwa zwei Kilometern auf der linken Seite.

Zunächst folgt man den Wegweisern zum Leckner See, kurz vor Erreichen des Sees geht nach links ein Wirtschaftsweg ab, dem man hinauf folgt. Noch vor einem Weiderost kann man rechts auf einen neueren Wirtschaftsweg abbiegen, der direkt zur Eggalpe führt, hinter der Alpe wieder auf den ursprünglichen Weg. Den in der Kompass-Karte eingezeichneten Wanderweg habe ich genausowenig gefunden wie die dort verzeichneten Materialseilbahnen (von denen immerhin Fundamente zu sehen waren). Also auf dem Wirtschaftsweg weiter hinauf zur Juliansplattealpe, dann zur Glockenplattealpe (1276 m) und bis zum Ende des Wegs an der Rohnealpe. An der Alpe nach links auf zunächst breiter Trasse, die bald ein Wanderweg wird und über einen Rücken nach Nordosten hinauf auf den Grat der Nagelfluhkette. Nach links auf dem markierten Weg immer knapp unterhalb der Grathöhe zur Rohnehöhe, auf der ein Grenzstein steht.

Vom Gipfel zurück auf den Wanderweg, auf ihm trifft man bald auf die Bergstation eines kleinen Schlepplifts. Nun links haltend weiter am Grat orientiert hinab in die Einschartung zwischen Rohnehöhe und Falken. Auf schmalerem Stein hinauf auf einen kleinen Kopf und zum Schluss nochmal an der markanten Schneide problemlos auf Stufen zum Gipfel des Falken mit Kreuz und Lawinensprengseilbahn-Umlenkung hinauf. Man kann die Tour hier auch abbrechen und über die Plattentischalpe zur Schwarzenberger Plattealpe absteigen.

Der Weiterweg ist mit nur für Geübte angegeben. Allerdings entschärfen an den entsprechenden Stellen Drahtseilversicherungen das ganze. Zunächst am Kamm entlang etwas absteigen, dann nach rechts (Schild) durch einen kleinen Nagelfluhdurchschlupf und schräg nach links querend gegen P. 1531, den man unterhalb traversieren kann (mir war die genaue Wegführung wegen Schnee nicht klar). Hält man sich nun immer an der Grathöhe gelangt man auf schmalem Steig zur Schlüsselstelle der Tour: eine kurze Kletterpassage, die mit Drahtseilen entschärft wurde. Den oberen Teil kann man an guten Griffen und Tritten problemlos abklettern (I), der untere Teil ist abgespeckt und an Griffen und Tritten ärmer, aber weniger ausgesetzt (I+). Mit meinen nassen Schuhen war ich hier froh, kurz ans Seil greifen zu können. Unsere Nagelfluhkettenexpertin Sigrun schreibt, man kann diese Passage auch problemlos auf dem Hauptweg umgehen. Nun immer auf oder knapp unterhalb des Grates mit genügend Sicherungen zum bekreuzten Gipfel des Hochhädrich.

Zum Abstieg hinab zum nahegelegenen Alpengasthof Hochhädrich. Hier dem Wegweiser zur Schwarzenberger Plattenalpe folgen, es kommen nochmal kurze Passagen mit Drahtseilen, die aber eher Alibifunktion haben. Dann durch einen ostseitigen Schlauch hinab zum Wirtschaftsweg. Hier links und mit ca. 60 Höhenmeter Gegenanstieg zur Alpe, an ihr vorbei und auf Trasse und Wanderweg zur Juliansplattealpe. Man könnte auch rechts und direkt ins Lecknertal absteigen und auf der Fahrstraße hoch zum Parkplatz, das dürfte allerdings landschaftlich deutlich weniger lohnend sein.

Gestrige Verhältnisse: Insgesamt ist die reine Südlage komplett schneefrei, anders exponierte Flanken, aber vor allem auch Rinnen und Mulden sind noch gut gefüllt. Bereits vor der Juliansplattealpe muss man einen massiven Lawinenkegel queren, im weiteren Verlauf am Wirtschaftsweg immer wieder kleinere Schneefelder. Oben am Kamm muss immer wieder auch mit größeren Schneefeldern gerechnet werden. Diese sind in der Regel aber problemlos zu begehen, es war guter Trittschnee mit wenig einsinken. Im Abstieg von der Rohnehöhe kann man am Skigebiet die Schneedecke unterhalb des Grates für einen zügigen Abstieg in die Scharte nutzen. Die Umgehung der Kletterstelle war noch dick unter teils steilem Schnee, ich habe sich nur kurzzeitig erahnen können. Wer da also unsicher ist, sollte noch warten, bis auch nordseitig der Schnee weg ist. Kurz vor dem Gipfel des Hädrich wartet noch ein etwas problematisches Schneefeld, das sich aber bald erledigt haben dürfte. Hier tritt man teilweise auf das Gras durch, erhöhte Rutschgefahr. Im Abstieg findet sich im ostexponierten Schlauch noch Schnee zum abfahren, allerdings apert es aus. Man bricht auch teilweise an Geländekanten durch, also Augen auf für die Mächtigkeit des Schnees.

Fazit: Kurze Tour, für den Feierabend bestens geeignet, auch wegen der Unterbrechung am Falken, falls die Zeit knapp wird. Landschaftlich sehr schön, wunderbar weite Ausblicke von Gimpel bis Konstanz. Durch den Gratcharakter wird die Tour auch nicht langweilig.

Nun natürlich auch noch ein paar Impressionen.
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Offline Kauk

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Re: Rohnehöhe - Falken - Hochhädrich
« Antwort #1 am: 05. Mai 2012 - 13:19 Uhr »
Impressionen II.
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Offline Kauk

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Re: Rohnehöhe - Falken - Hochhädrich
« Antwort #2 am: 05. Mai 2012 - 13:20 Uhr »
Impressionen III.
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Offline Kauk

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Re: Rohnehöhe - Falken - Hochhädrich
« Antwort #3 am: 05. Mai 2012 - 13:23 Uhr »
Impressionen IV.

Offline FalscherHase

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Re: Rohnehöhe - Falken - Hochhädrich
« Antwort #4 am: 06. Mai 2012 - 20:50 Uhr »
@ Kauk, suuuper!!  :-L)

dieses Jahr scheint es lange zu dauern, bis die Nagelfluhkette durchgängig zu bewandern ist... danke für den tollen Bericht mit super Bildern!

Aber Deine Runde vom Leckner Tal aus ist eine schöne Möglichkeit, klasse, dass diese Route schon geht. Die Schlüsselstelle muss halt überwunden werden...(Ja, auf den Bildern ist das die Stelle, die ich in einem vorigen Beitrag gemeint habe.)

Was das Kartenmaterial angeht, ist die Wegedarstellung auch auf der Karte vom Landesamt für Vermessung nur rudimentär...  :( - Man hat den Eindruck (auf der Karte), dass der Weg, der über die Rohne-Alpe führt, keine Verbindung zum Gratweg hat. Hat er aber doch.
Es ist auch eine Runde möglich mit Seelekopfgipfel und Zwischenziel Staufner Haus, dabei Auf- (oder Ab-) stieg über die Südliche Lauchalpe (Weg vom Parkplatz aus zum See, am südlichen Lecknersee-Ufer bleiben, der Abzweig nach Norden ist ausgeschildert.) Das ist dann ohne besagte Schlüsselstelle.
 
Gruß Sigrun
« Letzte Änderung: 06. Mai 2012 - 20:52 Uhr von FalscherHase »
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Offline Graddler

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Re: Rohnehöhe - Falken - Hochhädrich
« Antwort #5 am: 06. Mai 2012 - 21:09 Uhr »
Hallo Kauk,
vielen Dank für den wieder mal ausgesprochen lesenswerten Tourenbericht (bzw. -tipp). Deine Bilder sind wie so oft nicht nur gut gelungen, sondern auch ausgesprochen informativ, was die Verhältnisse in der Region angeht.
Grüße vom Graddler !
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Offline FalscherHase

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Re: Hochgrat von Süden - Aufstieg aus dem Leckner Tal
« Antwort #6 am: 09. Mai 2012 - 18:29 Uhr »
heute Regentag - zumindest bis vorhin. Also Zeit, auf's Staufner Haus zu gehen!  ;)

Angeregt durch Kauks Beiträge bin ich in's Leckner Tal gefahren (Mautstelle auch heute nicht besetzt) und hab am Wanderparkplatz das Auto hingestellt. (Tatsächlich noch ein zweites vorhanden! Als ich später wieder nachhause fuhr, war keins mehr da. Da lohnt es sich sicher nicht, die Mautstraße auf Kundschaft zu observieren.)

Am See rechts vorbei, nach der Alpe Höfle Abzweig nach links. In den Mulden  noch reichlich Schnee! Aber bis zu den Samansbergalpen hat einer den Weg freigefräst. Im weiteren Verlauf immer wieder Schneefelder, technisch keine wesentliche Schwierigkeit, ab und zu Einbrüche. Allerdings ließ mich ein Wald-Schneefeld sowohl im Auf- als auch im Abstieg den Weg suchen. (Selbst die eigene Spur war nicht wieder auszumachen, so dreckig und inhomogen strukturiert ist der Schnee. Außerdem hat's zwischenzeitlich geregnet.) Bei zwei steilen zu querenden Südhängen hatte ich Schwierigkeiten befürchtet, doch die Schneefelder dort waren dann schon fast weg oder völlig harmlos. Vorbei an der Südlichen Lauchalpe, rauf auf den Kamm, Aufstieg auf den Hochgrat, auf dem Grat zurück und zum Staufner Haus. Und dann hat's richtig geregnet. Ich genoss es, im Trockenen zu sitzen, und stieg dann im Regen ab.
Im Tal war der Regen vorbei.

Eigentlich wollte ich ja probieren, ob Seelekopf und so von dort aus schon empfehlenswert sind, und ob der Abstiegsweg vom Eineguntkopf (Rohnehöhe) so ohne weiteres begehbar ist. Aber in strömendem Regen fehlte mir dann doch die Motivation.

Auch diesmal "Kurioses am Wegesrand" gesehen. Vielleicht weiß ja jemand, worum es sich bei dem Haarbüschel handelt. Gewebe und Blut hab ich nicht gesehen.

Gruß Sigrun
« Letzte Änderung: 09. Mai 2012 - 19:35 Uhr von FalscherHase »
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