Hochfrottspitze-Nordostgrat / Gratübergang Mädelegabel  (gelesen 7137 mal)

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Offline Alpenarne (Levan)

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Letzte Woche startete ich zu einer 3-Tagestour im Allgäuer Hauptkamm. Am 1. Tag gings über steile Grasberge (Rothorn, Strahlkopf) zur Kemptner Hütte. Am 2. Tag das Highlight der Tour: Ich plante, die Hochfrottspitze (2649 m) vom Scharzmilzferner ausgehend über den Nordostgrat zu besteigen. Zunächst führte mich der Weg einfach zum Ferner (kurz vor Beginn des Heilbronner Wegs). Vor mir lag nun die Scharte zwischen Mädelegabel und Hochfrottspitze, die den Zugang zum Nordostgrat vermittelt. Überraschend einfach leitete mich eine mäßig geneigte Schuttfläche zum Beginn einer leichten Felsrippe (I) und plötzlich stand ich in der Scharte. Auf den Weiterweg zur Hochfrott war ich sehr gespannt, ich erwartete eine üble Bruchkletterei im II. Grad. Doch ich wurde überrascht: Ich fand Wegspuren vor, die unterhalb des Grats ziemlich problemlos bergwärts führten. Viel Gehgelände und nur kurze Klettereinlagen warren zu überwinden. Der Fels war von guter Qualität: kompakt, fest und griffig. Es gab nur eine Stelle, bei der richtiges Zupacken von Nöten war: eine 2 m hohe Stufe (kaum II, ich sag mal II-). Kurz vor dem Gipfel stellte sich ein Felskopf in den Weg, den ich rechtsseitig umging, indem ich in eine Rinne abkletterte. Doch das war unnötig: der Felskopf läßt sich auch direkt überklettern (II). Endlich stand ich auf dem höchsten Punkt. Ein Kreuz gibt es nicht, jedoch eine Kassette mit Gipfelbuch.
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Offline Alpenarne (Levan)

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Re: Hochfrottspitze-Nordostgrat / Gratübergang Mädelegabel
« Antwort #1 am: 10. Okt 2012 - 17:31 Uhr »
Bald kam ein Bergsteiger vom Südgipfel herüber, der den Zugang von der Bockkarscharte wagte. Er stufte diesen sogar als III ein. Den Südgipfel besuchte ich auch, hierzu muß man kurz abklettern (I) und nach einer ausgesetzten, etwas abdrängenden Bandquerung ist man oben.
Nun aber schnell zurück, denn der Grat zur Mädelegabel wartete. Er sah von der Hochfrott zum Fürchten aus. Und als ich wieder in der Scharte zwischen beiden Gipfeln ankam, sah es noch schlimmer aus.
« Letzte Änderung: 10. Okt 2012 - 18:15 Uhr von Levan »
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Offline Alpenarne (Levan)

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Re: Hochfrottspitze-Nordostgrat / Gratübergang Mädelegabel
« Antwort #2 am: 10. Okt 2012 - 17:39 Uhr »
Und bald ging es richtig ans Eingemachte: sehr ausgesetzte, sehr steile Klettereinlagen bis II+ in gutem Fels wechselten mit leichtem Gehgelände.
« Letzte Änderung: 10. Okt 2012 - 18:17 Uhr von Levan »
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Offline Alpenarne (Levan)

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Re: Hochfrottspitze-Nordostgrat / Gratübergang Mädelegabel
« Antwort #3 am: 10. Okt 2012 - 17:57 Uhr »
Doch dann war es geschafft: zurück in der Zvilisation auf der Mädelegabel. Nach dem nicht weiter schwierigen Abstieg über den Normalweg inspizierte ich den Schwarzmilzferner. Eine Schmelzbacheintiefung ermöglichte einen Blick ins Innere: schön blaues Eis.
Schließlich gings zurück zur Kemptner Hütte. Am 3. Tag erklomm ich die Hornbachspitze (weglos, aber kaum Kletterei) und stieg nach Spielmannsau ab.
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Offline Kauk

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Re: Hochfrottspitze-Nordostgrat / Gratübergang Mädelegabel
« Antwort #4 am: 10. Okt 2012 - 20:26 Uhr »
Danke für den informativen Bericht Levan! Mit welchen Anstiegen könnte man den Hochfrott-NO-Grat vergleichen? Wie ist es mit der Ausgesetztheit an der Hochfrottspitze? Der Grat scheint auf Bildern recht breit zu sein.
« Letzte Änderung: 10. Okt 2012 - 20:30 Uhr von Kauk »
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Offline Chris

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Re: Hochfrottspitze-Nordostgrat / Gratübergang Mädelegabel
« Antwort #5 am: 11. Okt 2012 - 08:14 Uhr »
Gratulation zu dieser tollen Tour, Levan! Super Bilder und klasse Bericht!  :bravo
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Offline Alpenarne (Levan)

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Re: Hochfrottspitze-Nordostgrat / Gratübergang Mädelegabel
« Antwort #6 am: 11. Okt 2012 - 12:03 Uhr »
Die Ausgesetztheit am Hochfrott-NO-Grat ist mäßig, nichts im Vergleich zum SW-Grat der Mädelegabel. Insgesamt kein ernstes Problem, deutlich einfacher als der SW-Grat der Hochfrott. Vergleichbar mit Öfnerspitze.
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Offline Grimpeur

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Re: Hochfrottspitze-Nordostgrat / Gratübergang Mädelegabel
« Antwort #7 am: 11. Okt 2012 - 13:04 Uhr »
Die Ausgesetztheit am Hochfrott-NO-Grat ist mäßig, nichts im Vergleich zum SW-Grat der Mädelegabel. Insgesamt kein ernstes Problem, deutlich einfacher als der SW-Grat der Hochfrott. Vergleichbar mit Öfnerspitze.

sehe ich genauso. Bin letzten Herbst auch von der Bockkarscharte aus hoch und ins Joch zwischen Hochfrott und Mädelegabel runter. Der Aufstiegsgrat mit dem 3m Aufschwung (II+) ist deutlich schwerer als der Abstieg auf der anderen Seite. Den Aufstieg zur Mädelegabe sieht wild aus ist aber mit etwas Gespür für die leichteste Route leichter machbar als der SW Grat der Hochfrott.

GRuß
Grimpeur
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Offline Geröllschleicher

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Re: Hochfrottspitze-Nordostgrat / Gratübergang Mädelegabel
« Antwort #8 am: 19. Okt 2012 - 17:16 Uhr »
Nach langer Zeit heute auch mal wieder von der Bockkarscharte über die Hochfrottspitze zur Mädelegabel. Verhältnisse grad recht und unten am Heilbronner Weg niemand unterwegs  ;)
Gruß Geröllschleicher
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Tags: hochfrottspitze | mädelegabel | 
 





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