Hahnenkopf - Große Schlicke - Läuferspitze - Sefenspitze  (gelesen 5746 mal)

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Offline Kauk

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Nachdem mich diverse Verpflichtungen und das Wetter über einen Monat von der Bergsteigerei ferngehalten haben, konnte ich am letzten Wochenende endlich wieder mal los.

Zum Hauptziel hatte ich die Große Schlicke (2059 m) erkoren, der letzte hohe Tannheimer mit Weg, der mir noch fehlte.

Doch der Reihe nach...

Zunächst ging es vom Parkplatz der Gräner Bergbahn über den Wanderweg hinauf ins Füssener Jöchle (1818 m). Das ist zwar nicht unbedingt landschaftlich hochwertig, aber schnell und zeitsparend, um in die Höhe zu kommen. Von hier auf dem Wanderweg Richtung Große Schlicke ins Reintaler Jöchle. Erstes Ziel soll der Hahnenkopf (1942 m) werden.

Deshalb noch ein Stück auf dem Weg abwärts, nach vorne oberhalb ist ein großer Felskopf recht auffallend. Diesen umgeht man quasi südlich auf dem Weg, bis man ihn direkt über sich hat. Schaut man nach oben, so sieht man einen recht ausgeprägten Schuttkegel, an dessen oberem Ende logischerweise eine Rinne zu finden sein müsste (die es dem aktuellen AVF Allgäuer Alpen 2008 nach für den besten Anstieg zu durchsteigen gilt). Den recht rutschigen Kegel kann man mit Hilfe einiger Gamssteige recht gut emporkommen und dann an den Felsen entlang bis unter die Rinne. Hier muss man sich jetzt frei Schnauze den besten Weg durch das wirklich brüchige Gestein suchen...kaum ein Griff oder Tritt, der wirklich vertrauenserweckend ist. Aufgrund der Steilheit und dem Gesteinsmurks wohl im I-II Schwierigkeitsgrad. Noch ein Tipp: Ich hätte mich mit Helm sicherer gefühlt, den Ausdruck "morscher Fels" im Führer hab ich aber gefließentlich ignoriert. Jedenfalls gelangt man am oberen Ende der Rinne auf dem West-Ost verlaufenden Kamm und diesem immer nahe auf oder an der Schneide folgend zum Gipfelaufbau. Der Gipfel präsentiert sich dann recht breitflächig und schmucklos.

Zum Abstieg Richtung Vilser Scharte (1817 m) im Osten bietet es sich wohl an, etwas Erfahrung im "Latschenwühlen" zu haben. Der Gipfel zieht weiter in West-Ost-Richtung, nahe der Schneide und etwas unterhalb finden sich immer wieder Möglichkeiten relativ gut durch die Latschen zu kommen. Es finden sich immer wieder recht zugewachsene Gamspfade (evtl. auch in frührer Zeit von Menschen freigehaltene Pfade, so recht konnte ich es nicht zuordnen), die sich vom geschickten Wanderer verknüpfen lassen. Schließlich kam ich an eine freie Wiesenfläche, von der aus ich wieder den Wanderweg erkennen konnte, so ungefähr unter mir befand sich auch die Willi-Merkel-Hütte. Also schnell durch das steile Gras zurück zum Weg und ohne Schwierigkeiten zum Gipfel der Großen Schlicke. Hier begann es dann auch etwas zu stürmen und leicht zu regnen, unterhalb des Gipfels fand sich aber eine geschützte Stelle zum Pausieren.

Nachdem ich noch nicht genug hatte, machte ich mich auf den Weiterweg zur Läuferspitze (1958 m). Vom Reintaler Jöchle querte ich auf dem Wanderweg zur Läuferspitzscharte zwischen der Läuferspitze und dem Hallerschrofen. Von hier auf dem Weg hinauf und vor das mit einer Kette gesicherte Gipfelwändchen (II). Mit meinen der Witterung entsprechend schlammigen Schuhen und dem abgespeckten Fels fühlte ich mich an dem Tag nicht so ganz wohl dort drin in dem Wändchen, zumal unterhalb böse spitzige Felsen mir entgegen ragten. Langer Rede kurzer Sinn, ich musste etwas mit mir ringen, doch letztendlich gelang das Kunststück und ich stand auf dem Gipfel. Zum Füssener Jöchle hinab leiteten den Bergsteiger weitere Drahtseile, die Stellen (I) sind aber weniger ausgesetzt und besser zu begehen, normalerweise sollten sie kein Problem darstellen.

Als Tagesabschluss hatte ich nun noch die Sefenspitze (1948 m) vorgesehen. Vom Füssener Jöchle auf dem Gräner Höhenweg in Richtung Sebental/Seebenalpe, bis man auf einen Wegweiser trifft. Nach rechts zweigen hier in die Gipfelflanke der Sefenspitze einige Wegspuren mit noch schwach zu erkennenden roten Markierungen ab, die auf die Sefenschulter (1910 m) führen. (Achtung: Der aktuelle AVF Allgäuer Alpen 2008 hat hier noch eine alte Beschreibung des Weges ins Sebental drin, der ursprünglich wohl der von mir beschriebene, ganz schwach markierte Weg gewesen sein muss. Der Weg heute führt über den Sefensattel, der weiter zum Lumberger Grat hin liegt. In der alten/aktuellen Beschreibung beginnt die Wegbeschreibung also erst an der Schulter) Nun erneut nach rechts dem deutlichen aber unmarkierten Steiglein bis zum Gipfel der Sefenspitze folgen.

Hier noch ein paar Impressionen von der Tour.

Bild 1: Erste Morgenröte

Bild 2: Sonnenaufgang an Kugelhorn, Rauhhorn und Gaishorn mit "roter Mütze" (vgl. auch Alex Tour auf den Einstein)

Bild 3: Heller Sonnenstreifen über dem Luskopf (Wildböden)

Bild 4: Riesige Gamsherden befinden sich im Gebiet, dies hier war sicher die Kleinste

Bild 5: Der Herbst ist ein schöner Künstler
« Letzte Änderung: 25. Nov 2010 - 12:30 Uhr von oliver »
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Offline Kauk

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Re: Hahnenkopf - Große Schlicke - Läuferspitze - Sefenspitze
« Antwort #1 am: 04. Okt 2010 - 23:36 Uhr »
Bild 6: Auch einen Regebogen gab es, er zeigte sich über der Seebenspitze

Bild 7: Unterhalb der Läuferspitze eine schöne, eher ungewohnte Perspektive der Tannheimer Hauptgipfel

Bild 8: Das noch eher sommerliche Grün im Tal bildet einen schönen Kontrast zur Herbstlichkeit in den höheren Lagen

Bild 9: Sonne am Vilser Kegel, dahinter der Forggensee

Bild 10: Grat der Läuferspitze hinab ins Reintaler Jöchle, darüber der Hahnenkopf und die Große Schlicke. Links davon Luskopf und Vilser Kegel, rechts Karret- und Bugschrofen
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Offline Kauk

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Re: Hahnenkopf - Große Schlicke - Läuferspitze - Sefenspitze
« Antwort #2 am: 04. Okt 2010 - 23:39 Uhr »
Bild 11: Baumgruppe in der Sonne

Bild 12: Drei-Gruppen-Blick: Vilsalpseeberge, Rosszahngruppe und Hornbachkette
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alex

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Re: Hahnenkopf - Große Schlicke - Läuferspitze - Sefenspitze
« Antwort #3 am: 05. Okt 2010 - 07:59 Uhr »
hallo kauk!

nach einem monat ohne berg hat dich diese tour doch sicher entschädigt :-L) ausgiebig, abwechslungsreich und lang. tolle sache!!

wie man auf bild 8 eindrucksvoll sehen kann ist das tannheimer tal wohl doch das "schönste hochtal europas"  ;)

gruß,
alex
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