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B179 - Fernpassstraße




Seit 1999 dient der Grenztunnel Füssen als Basistunnel für den Anschluss des Tiroler Bezirkes Reutte (Außerfern) an das deutsche Straßennetz (Baukosten ca. 190 Millionen Euro). Von Norden leitet seit 2009 die längste Autobahn Deutschlands, die A7, an den Tunnel heran. Die vierspurige Autobahn wird dabei an ihrem Ende auf einen einröhrigen Tunnel mit zwei Fahrstreifen reduziert. Vor allem während der Urlaubszeit – vornehmlich an Wochenenden – ist die auf österreichischer Seite liegende Fernpassstraße dabei meist überlastet und es kommt regelmäßig zu Staus (Tagesdurchschnitt 12500 Fahrzeuge, Spitzentage mit bis zu 29000 Kfz). Die Stauzonen erstrecken sich auf das Endstück der A7 zwischen der Abfahrt Nesselwang bis an den Grenztunnel Füssen heran, wobei versucht wird den Tunnel und auch das südöstlich angrenzende Reuttener Talbecken mittels Blockabfertigung zu entlasten. Dies gelingt meist nur leidlich, da viele der gestauten Fahrzeuge abfahren und in Folge auch die Straßen niederen Ranges in den Orten entlang der B179 überlasten und verstopfen.

Die bereits in den 1970er-Jahren geplante Autobahn von Ulm nach Mailand hätte einen zweiröhrigen Tunnel vorgesehen, die Pläne für die Transitautobahn wurden inzwischen aber verworfen. Eine Realisierung einer zweiten Röhre und ein Ausbau der Fernpassbundesstraße wird aber von Seite der Tiroler Landesregierung gesperrt, da man fürchtet mit dieser Maßnahme noch mehr Verkehr entlang dieser Route zu generieren. Zudem wurde im Staatsvertrag von 1987 zwischen Deutschland und Österreich "ausdrücklich" nur der Bau einer Röhre vereinbart. Die Verkehrsentwicklung entlang der B179 führt jedoch gegenwärtig immer wieder zu Diskussionen in der Bevölkerung die einerseits den Ausbau und eine "große Tunnellösung" (Gartnerwand-Tunnel) fordert. Andere halten nach wie vor einen ungeahnten Anstieg des Verkehrs - insbesondere des Schwerverkehrs - für die größte Gefahr einer solchen Erweiterung der Strecke, da die (noch) bestehende Tonnagebeschränkung damit durch die EU gekippt werden könnte.

Änderung des Verkehrsaufkommens zwischen 2010 und 2015
StraßeLänge [km]ZählstellenVeränderung Verkehrsaufkommen %
B179564+19

Eine Entlastung des Bezirks soll eine "Politik der kleinen Schritte in der Fernpassstrategie" mit sich bringen. Die baulichen Maßnahmen der Vergangenheit konnte einen großen Teil der Bevölkerung bis dato aber nicht überzeugen. Die Heiterwang-Umfahrung (32,5 Mio. Euro) und der Ausbau der "Ewigkeitskurve" am Katzenberg (2,2 Millionen Euro) konnten bislang zu keiner nachhaltigen Verbesserung der Situation auf der B179 beitragen und so wird auch der seit Ende 2015 forcierte Bau des 1360 Meter langen Fernpass-Scheitel-Tunnels von den meisten Anrainern als vermeintlich entlastendes straßenbauliches Element abgelehnt (vorveranschlagte Baukosten 100 Mio. Euro, geplanter Baubeginn 2021, geplante Bauzeit 4 Jahre). Einen weiteren Anstieg des Verkehrs wird wohl auch der Tunnelbau der Umfahrung Garmisch-Partenkirchen nach sich ziehen, wenn da der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt von "großen Verkehrsströmen auf dieser zentralen Nord-Süd-Achse" spricht.

Die Autobahn-Variante mit Gartnerwand- und Tschirgant-Tunnel


Eine umfassende, aber die insgesamt teuerste Variante wäre die "Tauern-Gartnerwand-Tschirgant-Tunnel-Lösung".

in Mrd. Euro
AB-Tunnel Füssen mit 2. Röhre0,180
AB-Strecke Lände-Planseebrücke (inkl. Brückenbau für 2. Fahrbahn)1,600
AB-Strecke Planseewerk-Plattenwald bei Lähn0,275
AB-Tunnel Tauern0,310
AB-Strecke Heiterwang-Bichlbach0,760
AB-Tunnel Gartnerwand-Fernsteinsee2,475
AB-Strecke Fernsteinsee-See-Eck (Nassereith)0,690
AB-Tunnel Tschirgant und Anschluss an Inntalautobahn1,200
Summe7,490


Als Berechnungsgrundlage wurden hier andere Autobahnbauten mit Tunnellösungen herangezogen. Dabei entstand etwa folgendes Bild:

für 1 m Autobahntunnel EUR 300.000,-
für 1 m Autobahn EUR 137.500,-

Ausbau Grenztunnel Füssen und KatzenbergAusbau Zwischentoren und Gartnerwand-TunnelAusbau Gurgltal und Tschirgant-Tunnel

Wenn kein großer Ausbau verwirklicht wird - Optionen


Nach wie vor scheint die Verwirklichung der Autobahn und auch der großen Tunnelvariante als äußerst unwahrscheinlich. Um dennoch einen halbwegs flüssigen Ablauf entlang der Strecke gewährleisten zu können, gilt es einige neuralgische Stauzonen zu entschärfen.

Wichtigste Punkte zur Entschärfung der Situation an der B179 wären:
  • einen kurz gehaltenen Scheiteltunnel am Katzenberg (1) und dem Fernpass (hier nicht im Bild)
  • Ausbau der Auffahrt im Bereich Bichlbach-West (2)
  • Umfahrung beim Rautängerle (3) zwischen Bichlbach und Lermoos und die Verlängerung der Überholspur bergauf von Lermoos kommend zur Anhöhe der Wasserscheide bei Lähn (Bichlbach)



Als konkreter Hinweis: Es gibt eine etwas weniger waghalsige Möglichkeit von Bichlbach aus auf die Spur Richtung Reutte zu gelangen: dazu muss man bei bzw. hinter der OIL-Tankstelle geradeaus Richtung Talstation der Almkopfbahn weiterfahren, bei den Parkflächen über die Bahngeleise und dann erst rechts unter der Brücke der B179 hindurch um danach gleich links haltend auf die B179 aufzufahren. Die Auffahrt hat sogar einen zugegebenermaßen recht kurzen Beschleunigungsstreifen. Die Variante ist aber allemal sicherer als die eigentlich übliche Auffahrt bei Bichlbach-West.

Leider wird diese Variante nicht klar ausgeschildert. Jedenfalls hätte man hier gegenwärtig schon eine bestehende Unterführung mit Auffahrmöglichkeit welche die Gefahren einer Querung der stark befahrenen B179 zumindest in diesem Bereich ausblenden würde.

Quellen






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